Compliance – das machen wir doch schon lange …! Warum diese Aussage kritisch hinter­fragt werden sollte …

Reine Lippen­bekennt­nisse reichen heute weniger denn jemals zuvor nicht mehr aus, wenn es um Compliance in Non-­Profit-­Orga­nisa­tionen (NPOs) geht und auch die nur ober­fläch­liche Selbst­ver­pflicht­ung und die Benen­nung eines Ver­ant­wort­lichen können nicht mehr als nur ein unge­nügendes Feigen­blatt sein.

Compliance-Manage­ment, also die Ver­anker­ung eines allum­fassenden Systems der Gesetzes- und Regel­treue in einer Orga­nisa­tion, welches Trans­parenz und Vor­beug­ung gegen dolose Hand­lungen zu zentralen Maximen des Handelns der Orga­nisa­tions­führung und aller Mit­arbeiten­den macht, kann gerade für NPOs eine existen­zielle Bedeut­ung bekommen – und dies in mehr­facher Hin­sicht.

Neben der reinen straf- und haft­­­­­ungs­­recht­­lichen Verant­wort­lich­keit zunächst der direkt Handeln­den rückt hier vor allem die Orga­nisations­führung in den Fokus. Hier stehen gerade in NPOs oft Menschen, welche über viele Jahre die Orga­nisation aufge­baut und geprägt haben und die Orga­nisation geradezu verkörpern, so dass deren gesamte Existenz mit Ihnen steht und fällt. Geschieht nun ein schwer­wiegender Regel- bzw. Gesetzes­verstoß aus der Orga­nisation heraus, so ist es zumindest in haftungs­recht­licher Hinsicht bei der Orga­nisations­führung am Ende uner­heblich, ob eine aktive Kennt­nis der Vor­gänge oder „nur“ eine Nicht­verhinder­ung vorliegt. Dies zeigen in dramati­scher Art viele Beispiele aus der Ver­gangen­heit, aktuell medial sehr präsent, aller­dings nicht aus dem NPO-Sektor, die Diesel­affäre bei VW. Der aktive oder passive Rück­zug bzw. Aus­tausch der Führung wird damit oft­mals unver­meid­lich und für die Orga­nisation erfolgs- und existenz­gefähr­dend.

Aber auch in anderer Hin­sicht entstehen für die NPO hieraus immense existen­zielle Gefahren. Denn der Schritt an den medialen Pranger ist in der heutigen, skandal­orientierten Bericht­erstattung nicht groß und sobald die kritische öffent­liche Bericht­erstattung beginnt, ist der vernicht­ende „shit­storm“ in den sozialen Medien nicht mehr weit. Und je hehrer die von der NPO verfolgten sozialen Ziel­setzungen, umso höher erscheint auch der Anspruch der Öffent­lich­keit an die Ein­haltung gesetzes-, sozial- und wirtschafts­ethischer Hand­lungs­maximen im Orga­nisations­handeln. Damit ist dann unvermeidlich ein funda­mentaler Vertrauens- Integritäts- und Reputations­verlust die Folge, mit unabseh­baren wirtschaft­lichen und existen­ziellen Folgen für die NPO selbst, aber gegebenen­falls weit darüber hinaus auch in die verbundenen Netz­werke und Träger­strukturen hinein.

Damit muss jedem nach­haltig und verant­wortungs­voll handelnden Organisations­verant­wortlichen klar sein, dass sich – ganz abgesehen von den persön­lichen Risiken – aus kleinsten Regel­verstößen existen­zielle Risiken für Orga­nisation realisieren können, die es durch ein umfassendes Compliance-­Management-­System zu verhindern gilt – Lippen­bekennt­nisse und Feigen­blätter reichen definitiv nicht!
Darüber werden wir am 25.10.2018 beim Non-Profit  Forum in Stuttgart ins Gespräch kommen und vor allem auch, wie eine solches umfassendes Compliance-Management-System für NPOs aussehen sollte – ich freue mich auf Sie!