Compliance-Richtlinien – Leitfaden, Fessel oder Stolperstrick?

Esther Peylo berichtet über ihren Beweggrund, sich beim Stuttgarter Non-Profit-Forum zu engagieren.

Spenden und Förder­gelder einzu­werben ist für viele Non-Profit-Organi­sationen ein wichtiges Stand­bein – umso wichtiger ist es, mögliche Stolper­stricke im Beziehungs­geflecht von Geld­gebern, den Finanz­verantwort­lichen und den Praktikern in einer Organi­sation zu kennen. Denn die Grenzen zwischen einem „kleinen Danke­schön“ und dem Anschein der Bestechung sind bisweilen fließend und können unter Umständen sogar die Gemein­nützigkeit gefährden.

Auch wenn sich die meisten bei der Spenden­einwerbung seit langem von der alten Maxime „eine Hand wäscht die andere“ aus gutem Grund verab­schiedet haben, werden Compliance-Richt­linien von vielen als Fessel empfunden. Doch es lohnt sich, genau hinzu­schauen und wichtige Aspekte aus unserem Arbeits­alltag zu reflek­tieren:
Was wird erwartet? Was ist erlaubt? Welche „alten Gewohn­heiten“ einer Organi­sation gehören auf den Prüf­stand? Wo ist die Grenze zum Regel­bruch bereits über­schritten? Was muss unbedingt als Leit­faden beachtet werden? Wie kann ich mich absichern?

Diese Fragen können uns richtig Ärger machen, wenn sie unbeant­wortet bleiben. Deshalb freue ich mich, dass ich auf dem Stuttgarter Non-Profit-Forum gleich nach dem Fach­vortrag über die Grund­züge eines Compliance-Management-Systems für NPOs die Gelegen­heit habe, Verant­wortliche aus Non-Profit-Organi­sationen und den Fach­referenten, Herrn Volker Ernst zu diesen Themen zu befragen, mich mit ihnen über ihre Erfahrungen auszu­tauschen und Tipps und Lösungs­vorschläge aus der Praxis zu bekommen. Denn die Arbeit von Non-Profit-Organi­sationen ist zu wichtig, um aus Unwissen­heit über Regel­brüche zu stolpern.

Foto oben: Impression Stuttgarter Non-Profit-Forum 2017