Drei Jahre Stuttgarter Non-Profit-Forum: Rückblick und Ausblick

Zum Start in das neue Jahrzehnt gibt es Veränderungen. Die Trägerschaft erweitert sich und die Angebote werden weiter wachsen.

DIE Non-Profit-Organisation – gibt es „DIE“ überhaupt?

Wenn man in Suchmaschinen im Netz den Begriff „Non-Profit—Organisation“ eingibt, so erhält man über 330 Tausend Einträge in weniger als 0,6 Sekunden. 

Die Fülle ist zunächst eher verwirrend als hilfreich. Aber nun der Reihe nach:  
Bei der Recherche zur geschichtlichen Entwicklung zeigt sich schnell, dass der kommunale Sozialstaat in Deutschland eine lange Tradition hat. Beginnend mit den  Bettelordnungen der Renaissance (also bereits im 15. Jahrhundert) zeigte sich die Kommune als der Ort, der das Armenwesen regelte und damit für die Menschen zuständig war, die aus einem sozial akzeptierten Erwerbsleben herausgefallen waren.
Sicherlich trägt diese Entstehungsgeschichte auch dazu bei, dass „Gutes TUN“ heute noch oftmals mit „ehrenamtlichem Engagement bis hin zur Selbstaufgabe“ gleichgestellt wird.
In unserer modernen Gesellschaft steht der Begriff Non-Profit-Organisation (NPO) für sehr viel mehr! 

NPOs sind oftmals Träger für
•    Wirtschafts- und Berufsverbände,
•    Gewerkschaften,
•    Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege,
•    freie Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen,
•    Organisationen ohne Erwerbszweck in unterschiedlichsten Formen und Tätigkeitsfeldern wie z.B. vom Sportverein über Kunst, Kultur, Wissenschaft und  Verbraucherorganisationen, Bürgerinitiativen, Umweltschutzgruppen, Selbsthilfegruppen und vieles mehr.

In Gablers Wirtschaftslexikon findet sich für NPO Folgendes:
Einer sehr breiten Definition folgend, versteht man unter NPO alle diejenigen Organisationen, die weder erwerbswirtschaftliche Firmen noch öffentliche Behörden der unmittelbaren Staats- und Kommunalverwaltung sind. NPO sind ferner jene Organisationen, die einem gesellschaftlich als sinnvoll und notwendig anerkannten Leistungsauftrag folgen und dabei nicht in erster Linie vom Ziel der Gewinngenerierung geleitet werden. Non Profit-Organisationen werden dabei gemeinhin als Teil des so genannten „Dritten Sektors“ verstanden, der neben bzw. zwischen den beiden idealtypischen „Polen“ Markt und Staat angesiedelt ist.

Die Vielfalt der Betätigungsfelder ist zudem so breit wie die Größe und das Alter von NPOs. So sprach beispielsweise bei der dritten Tagung des Stuttgarter Non-Profit-Forums im November 2019 Herr Prof. Riedel  in seinem Vortrag darüber, dass die Fraunhofer Gesellschaft 1949 gegründet wurde und am Anfang aus einem Büro mit nur drei Mitarbeitern bestand. Heute ist die Fraunhofer-Gesellschaft eine führende Organisation für angewandte Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 72 Institute und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. Internationale Niederlassungen sorgen für Kontakte zu den wichtigsten gegenwärtigen und zukünftigen Wissenschafts- und Wirtschaftsräumen. Im weiteren Verlauf der o.g. Tagung sprach Herr Perseis vom K.F.F. Mettenheim, einem Sport- und Freizeitverein, wenige Jahre alt, mit weniger als 300 Mitgliedern, über den Umgang mit Wissen und Intellektuellem Kapital anhand des Fallbeispiels dieses kleinen und jungen Vereins.

Eine weitere übergeordnete Besonderheit aller Non Profit Organisationen ist die typische Widerspruchslage zwischen Wirtschaft und Werten. Einerseits sollten sich NPOs an ihrer Mission oder anderen inhaltlichen Werten orientieren, andererseits ist da der ökonomische Erfolg; kurzum: Viele NPOs stehen in permanentem Widerspruch zwischen Sinn und Geld (Jäger/Beyes 2010).

Hinzu kommt, dass viele NPOs gemeinnützig anerkannt im Sinne der §§ 52 ff der Abgabenordnung sind und damit strenge gesetzliche Vorschriften zu beachten haben.
Professionelle - auch wirtschaftlich orientierte Führung – ist daher oftmals unerlässlich.
Auf der Suche nach dem „richtigen Wissen“ und den passenden Beratungsangeboten  kann man sich schon mal in der schier unermesslichen Zahl von Beratungs- und Dienstleistungsangeboten rund um den NPO-Sektor verlieren. Dies gepaart mit mannigfaltigem Halbwissen, das man durch soziale Medien erlangt, verunsichert oftmals mehr, als es hilft. 

Das Stuttgarter Non-Profit Forum hat sich daher zur Aufgabe gesetzt, für
 Verantwortliche, Entscheider und Berater 
aus Non-Profit-Organisationen Netzwerk- und Informationsplattform bei den übergreifenden Themen   
•    Organisation
•    Recht
•    Steuern
zu sein.

Fachspezifische Themen der jeweiligen Tätigkeitsfelder sind ausdrücklich nicht Aufgabe des Stuttgarter Non-Profit Forums.

Über regelmäßige Beiträge auf dem Blog und die jährlich wiederkehrende Tagung  bietet das Forum Informationen zu vielfältigen Herausforderungen, mit denen Non-Profit-Organisationen konfrontiert werden. Durch die Studie 
„Zukunftsfähigkeit von Non Profit Organisationen“ 
hat das Forum bereits gezeigt, was durch aktives Mitwirken entstehen kann. Das ständig wachsende Netzwerk bietet zudem den Nutzen, dass Sie Antworten auf Ihre Fragen finden. Nehmen Sie teil an der XING-Gruppe.

Zum Start in das neue Jahrzehnt gibt es Veränderungen. Die Trägerschaft erweitert sich und die Angebote werden weiter wachsen. Zu den Gründungspartnern, der Kanzlei Gudrun Binz-Fietkau und der VOELKER-Gruppe, kommen weitere Partner dazu. In Kürze werden Sie mehr darüber erfahren.


Den Nutzen über die regelmäßigen Beiträge bekommen Sie bereits heute schon kostenlos. Ab 2020 wird zudem der Eintritt zur jährlichen Tagung für alle Teilnehmer, die in NPOs tätig sind, kostenlos sein. 

Ihnen allen, die beim Aufbau des Netzwerkes, bei der Teilnahme an der Studie oder mit Ideen und Fragestellungen zu unseren jährlichen Tagungen mitgewirkt haben, danke ich herzlich und freue mich auf viele weitere interessante Themen mit Ihnen.

Ihre
Gudrun Binz-Fietkau 
im Auftrag aller Verantwortlichen des Stuttgarter Non-Profit Forums